In den  “Stückepool” des Autorenwettbewerbs “KAAS & KAPPES 2005” wurden aufgenommen:

Die Letzte Show
von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Emilia lernt im Traum ihre gerade gestorbene Tante kennen.  “Die letzte Show” schildert eine humorvoll und liebevoll ausgearbeitete Begegnung zweier Frauen, skizziert einerseits die Überbelastung und die Angst, zu versagen einer heute 16-Jährigen und vermittelt andererseits die Lebenskunst und Rebellion einer Frau die in den 70er Jahren rund die Welt reiste. Das Stück beschreibt zwar eine große und durchaus moralischen Beziehung,  verzichtet aber glücklicherweise auf  Vereinfachungen. Starke Dialoge.

Kontakt/Rechte: www.hsverlag.com

 

Het Goud van Winschoten
von Jan Veldman

In Winschoten, einer kleine Niederländische Stadt, findet ein zehnjährige Jungen heraus, dass er via der Mauer des Hauses zurück gehen kann in die Vergangenheit. Er lernt die jüdische Familie kennen, die 1935 das Haus bewohnte und darüber natürlich auch die ehemalige jüdische Gemeinschaft von Winschoten. Gemeinsam mit der Gemeinde erlebt er die Bedrohung, unter der sie leben muss.
“Het Goud van Winschoten” schildert eine warme, humorvolle Begegnung zwischen der jüdischen Kultur der 30er Jahre und dem Jetzt, die durch eine einfach Bearbeitung durchaus auf eine andere Stadt übertragen werden kann.

Kontakt/Rechte:  www.citadeltheater.nl

 

No Iron
von Annemarie Slotboom

 No Iron ist ein holländisches Stück über eine Familie, die auseinander fallt. Der Vater, - der gar keinen Text hat -, hat sein Job verloren und schließt sich in der Scheune ein.
Die Mutter bügelt und redet nur davon, was sie mit den Töchtern eigentlich alles Gutes vorhatte.  Wobei die eine nur Geige spielt und nicht reden will und die andere - in sehr viel Text - langsam verrückt wird. Die Personen sind sehr stark, deutlich gezeichnet und klar in ihrer Entwicklung. Die Situation ist beklemmend, stark und: beängstigend normal.
Der deutliche und klare Text erzählt, ohne zu moralisieren,  ein ganz starkes Stück über das Überleben, das erwachsen Werden und das Vergessen, zu lieben.

Kontakt/Rechte: annemarie_s@zonnet.nl

 

Das Orangenmädchen
von Lingnau / Gundlach

Das Orangenmädchen” ist ein  romantischer Musical über Liebe und Familieverhältnisse, basierend auf einem Roman.
Ein Sohn findet einen Brief seines Vaters, der schon lange vor langer Zeit gestorben  ist; über diesen Brief lernt er verstehen, dass er aus einer großen Liebe geboren worden ist - und das seine Mutter den Vater ebenso vermisst wie er. Dies eröffnet ihm eine Perspektive:
Jetzt, wo er die Geschichte der Liebe seiner beiden Eltern versteht, kann er  auch seine eigene Liebesgeschichte erleben.
Das Stück ist gut Konstruiert, mit Szenen in drei gemischten Zeitebenen, die Sprache ist einfach.
Die Geschichte ist unverschämt sentimental, mit fast banal zu nennenden Liedern, aber sie zeigt eine grosse Aufrichtigkeit und ist auf ihre Art: ein wunderbares  Plädoyer für die Liebe.

Kontakt/Rechte: www.whalesongs.de

 

Big Mouth & Ugly Girl
von Paula Bettina Mader
nach dem gleichnamigen Roman von Joyce Carol Oates

 Die aktuelle Geschichte zweier Außenseiter in einer amerikanischen Schule wird von Paula Bettina Mader in eine sehr brauchbare und notwendig aufzuführende Theaterfassung gebracht. In zügigen Dialogen und klug eingeschobenen Briefwechseln gelingt es ihr, darzustellen, wie Matt Donaghy, ein begabter Junge, lediglich auf Grund eines missgedeuteten Scherzes zum Opfer einer allgemeinen hysterischen Stimmung wird. Ursula Riggs, ein patentes, jedoch nicht gerade gutaussehendes Mädchen, die für sich selbst einen Weg gefunden hat, dem an der Schule grassierenden Mobbing die Stirn zu bieten, wird seine Partnerin. Gemeinsam überstehen sie die Krise – und bewahren ein sehendes Auge dafür, dass der kommende Außenseiter von der Meute schon neu ausgedeutet wird.
Ein zeitnahes Jugendstück von großer Wichtigkeit.

Kantakt/Rechte: www.verlag-der-autoren.de

 

Die Legende von König Artus
von Thomas Birkmeir

 Die Bühnenfassung der bekannten Legende kommt mit knapper Sprachgestaltung, unpretentiösen Dialoge und geschickt angelegte, bühnenwirksame Konflikten daher. Das von Thomas Birkmeir erarbeitete Stück erweist sich deswegen als gute Spielvorlage, weil sie die für ein modernes Theater notwendigen Reduktionen erzielt und aus der Fülle des gegebenen Materials eine lebendige aber immer noch in der Substanz stimmige Erzählung herauskristallisiert. Darüber bringt Thomas Birkmeier durch gekonnte Interpretation ausgewählte Aspekte der Legende, so die Thematik der Geschwisterrivalität oder der des Liebesleides in der Dreierkonstellation zur Wirksamkeit. Eine alte Geschichte – mit Verve und Witz neu erzählt.

Kontakt/Rechte: www.kaiserverlag.at

 

Schwarzes Gold
von Andreas Gruhn

Ein aktuelles und brisantes Thema für Jugendliche und Erwachsene in einem „Arbeitsstück“ über die Entwicklung von Leben und Arbeit. Die – sicherlich hier regional orientierte Collage vermittelt splitterhaft Einblicke in das Gefühl der Menschen einer Region, denen ihre Arbeit und das Produkt (das„Schwarze Gold“) abhanden kommt.
Eine Inszenierung wird versuchen müssen, die „Splitter“ : Jugend, Träume der Bergarbeiter, Sachtexte, Dialogsegmente der Frauen und Männer zu einem Mosaik zu komponieren. Die Jury empfiehlt das Stück zu einer kreativen Adaption mit einem Blick auf die eigene Situation, die eigene Region, weil es eines der dringlichsten Themen der Zukunft für Jung und Alt anspricht.

Kontakt/Rechte: www.theaterstueckverlag.de

 

Wer ist der Größte?
von Paul Maar

Ein ganz „kleines“ Stück Theater über den Wunsch der „Größte“ sein zu wollen. Die vorgegebene Spielhaltung, minimalistisch mit Objekten, verspricht eine warme und vertrauenerweckende Erzählsituation. Messer, Gabel, Teller, Teepfütze werden zu Kindern, Sonne, Mond, Hase, Fuchs und Wasserpfütze. Für die kleinsten Zuschauer ein anregendes Angebot. Die Konstruktion ist so offen, dass sie einlädt, Eigenes zu entdecken und die spontanen Reaktionen der Zuschauer ernst zu nehmen.

Kontakt/Rechte: www.kindertheaterverlag.de