Paul-Maar Stipendium

 

Wassereis

von Alexander Liedke 

 

Das Stück „Wassereis“ von Alexander Liedke beginnt wie eine alltägliche Liebesgeschichte unter Teenagern, Jenny und Paul. Jäh jedoch verkehrt die zunächst harmlos-romantische Episode in ihr schieres Gegeteil, eine Tragödie, als offenbar wird, das Jenny von ihrem Vater mißbraucht wird und unter dem hohen auf ihr lastenden psychischen Druck zur Zerstörung verdammt ist. Ein dramatischer, radikaler Ausbruchsversuch der beiden aus der Realität ergibt sich als das Resultat ihrer gemeinsamen Überlegungen, wie sie noch weiterleben können. Die junge, naive Beziehung lebt nur noch in ihren Träumen fort.

 

Selten findet man einen kundigen Dialogschreiber, der kraftvolles Schreiben mit philosophischer Hintergründigkeit und poetischer Innigkeit verbinden kann. Selten auch jemanden, der eine Erzählung son konsequent vorantreiben und auf einen veritablen dramatischen Ausgang zusteuern kann.

 

Aus diesem Grunde gebührt Alexander Liedke der Paul-Maar Preis 2006 der Kaas & Kappes Jury.