An der Arche um acht

Von Ulrich Hub

 

In seinem Stück „An der Arche um acht“ bezieht sich Ulrich Hub auf ein Ereignis, das von allen bekannten menschlichen Kulturen über die Jahrtausende hinweg kolportiert wurde und überall als sprachliches Synonym für eine Zeitenwende gilt: die Sintflut.

An der Arche um Acht“ erzählt die dramatische Geschichte der Sintflut, mit der Gott die Welt für ihre Sünden bestraft, allerdings aus sehr ungewohnter Perspektive: aus der Sicht dreier Pinguine nämlich, die, um ihre Spezies zu retten, zur genannten Zeit anzutreten haben.

Schon allein die Tatsache jedoch, dass drei Pinguine sich zu verständigen haben, wer nun auf der Arche mitfahren darf und wer nicht, wirft naturgemäß Probleme auf - und unzählige moralische Fragen. Der Fortgang der Handlung auf der Arche, das Zusammenleben der Tiere, die immer wieder aufgeworfene Frage göttlicher Existenz und tierischer Überlebenswürdigkeit lehrt, erheitert und läutert gleichermaßen.

Ein selbstgewähltes Wagnis, die Katastrophe der Sintflut als tierische Komödie zu erzählen. Dafür gebührt Ulrich Hub allerhöchste Anerkennung und der Preis der Jury. Denn sein erzählerischer Schwung, sein Sprachrhythmus und sein Sinn für Dialoge, sein Ideenreichtum, sein Witz und sein Humor verschmelzen zu einem herausragenden handwerklichen Können, das dieses Wagnis zum Wohle des Theaters gelingen lässt.

Möge das Stück eine ebenso kenntnisreiche regieführende Hand finden, die auch das Wagnis, dieses Stück zu inszenieren und die Kinder als Zuschauer zu begeistern, gelingen lässt!

Das Pinguin-Universum Ulrich Hubs aber möge andauern, seine Bewohner leben fort und fort.